

| Unsere Geschichte | |
Die Gründung 1953 |
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| Die fachliche Konzeption Das entscheidend Neue war, und deshalb nehmen wir auch den 15. Mai 1953 als eigentliches Gründungsdatum der Beratungsstelle, dass nun neben Ehrenamtlichen auch hauptamtlich angestellte Fachkräfte tätig waren, und dass neben Eheberatung auch Erziehungsberatung angeboten wurde. Pfarrer Fritz, der erste Leiter der Beratungsstelle, schreibt 1955: „Der Anschluss der Erziehungsberatung schien wichtig, weil aus Eheschwierigkeiten oft Erziehungsnöte entstehen und die Praxis anderer Stellen gezeigt hat, dass man bei Erziehungsschwierigkeiten oft auf Ehenöte stößt“. Das war die Geburtsstunde der sogenannten „integrierten Beratungsstelle“, in der alle psychologischen Beratungsbereiche, also Erziehungs- und Jugend-, Ehe- und Partnerschafts- sowie Lebensberatung unter einem Dach angeboten wurden. Ergänzt wurde dieses Beratungsangebot von Anfang an durch zahlreiche Vorträge, Seminare und Fortbildungsangebote. Dieses Konzept hat sich bis heute bewährt. Methodischer Hintergrund waren Verfahren, die aus Psychoanalyse, Tiefenpsychologie und humanistischer Psychologie abgeleitet waren. Bereits im ersten Jahr (1953) kamen 189 Menschen zur Beratung, davon 130 wegen Eheschwierigkeiten und 59 wegen Erziehungsfragen.Zum Gründungsteam der Beratungsstelle gehörten Oberkirchenrat Dr. Manfred Müller, Frau Gertrud Mohrmann, Geschäftsführerin der Evangelischen Frauenhilfe, Pfarrer Fritz, Frau Erna Zimmermann als erste hauptamtlich angestellte Psychagogin, Frau Elisabeth Molt und Frau Dr. Sabine Scharpf als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen mit einer Fortbildung in Ehe- und Lebensberatung; außerdem gehörten ein Jurist und eine Ärztin zum Gründungsteam. Bereits 1956 kam Frau Ilse Hilzinger als weitere hauptamtliche Psychagogin zur Beratungsstelle. |
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Ausbau und Modell |
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| Finanzielle Krise und Zukunftssicherung Der Ausbau der Beratungsstelle war – auch in personeller Hinsicht – Ende der achtziger Jahre abgeschlossen. Von 1989 bis Anfang 2002 mußten nach Jahren wirtschaftlicher Sicherheit zwei Herausorderungen gemeistert werden: Zum einen zog sich die Evangelische Landeskirche in Württemberg 1996 aus der Trägerschaft zurück. Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Stuttgart übernahm dankenswerterweise die finanzielle Verantwortung für die Beratungsstelle, so dass die Beratungsarbeit uneingeschränkt fortgeführt werden konnte. Zum anderen beendete der Landeswohlfahrtsverband Württemberg-Hohenzollern die Förderung der Beratungsstellen, so dass eine finanzielle Krise drohte. Erfreulicherweise war es möglich, dass die Stadt Stuttgart, die schon zuvor die Beratungsstelle bezuschusst hatte, ihre Förderung ausweitete und deshalb heute unser wichtigster Zuschussgeber ist. Diese gute Zusammenarbeit mit der Stadt Stuttgart wurde durch den Abschluss des „Gesamtversorgungsvertrags“ am 1. Januar 2000 noch weiter gefestigt. |
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| Psychologische Beratung
– Spiegel der Gesellschaft Neben den persönlichen Fragen, die natürlich immer im Vordergrund standen, haben sich auch alle gesellschaftlichen und politisch wichtigen Themen der vergangenen 50 Jahre in unseren Beratungen widergespiegelt. Nur einige wenige seien genannt: - der Wiederaufbau und das beginnende „Wirtschaftswunder“ in den 50er Jahren - der sogenannte „Kalte Krieg“ und der Mauerbau in Berlin 1961 - die Zeit der Studentenunruhen ab 1968 - die Reform des Eherechts 1974 und wachsende Scheidungszahlen mit der Entwicklung neuer Familienformen - die Angst vor Aids und später vor der Rinderseuche BSE - Sorge um den Arbeitsplatz und um die Zukunft der Kinder in einer sich immer rascher verändernden Welt - die Wiedervereinigung ab 1989 und in jüngster Zeit - die Angst vor Terroranschlägen wie am 11. September 2001 in New York und der Krieg im Irak 2003 Auch Ereignisse wie die Tragödie von Erfurt im Sommer 2002, bei der ein Schüler mehrere Lehrerinnen und Lehrer und schließlich sich selbst erschoß, lösen in vielen Menschen massive Ängste aus, die dann auch in den Beratungen zur Sprache kommen. Seit der Gründung der Beratungsstelle 1953 haben sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geändert, die individuellen -Fragestellungen und Ängste der Ratsuchenden sind gleich geblieben. Ziel war es damals und ist es heute, in den Beratungen einen Weg aus der Krise und Hoffnung für die -Zukunft zu finden. Mit über 2.000 Ratsuchenden pro Jahr und etwa 60.000 Ratsuchenden seit ihrer Gründung leistet die Psychologische Beratungsstelle der Evangelischen Kirche in Stuttgart einen wichtigen Beitrag zum Angebot an psychologischer Beratung in Stuttgart. |